Eine selbst gebaute Saunakabine ist ein Schichtaufbau, und die Reihenfolge der Schichten ist nicht verhandelbar. Von innen nach außen liegen Profilschalung, Konterlattung, Dampfbremse, Dämmung im Ständerwerk und die Hinterlüftungsebene zur Massivwand. Wer die Dampfbremse hinter die Dämmung legt oder die Luftschicht hinter der Schalung weglässt, baut einen Feuchteschaden ein, der sich erst nach zwei Heizperioden zeigt. Boden, Lüftungsöffnungen und Zuleitung sind Bauleistungen und gehören fertig, bevor das erste Profilbrett zugeschnitten wird.

Wie wird der Bodenaufbau unter der Kabine ausgeführt?
Tragfähig, eben und feuchtebeständig. Eine Trockensauna mit maßvollem Aufguss liegt in der Wassereinwirkungsklasse W0-I (DIN 18534), eine Verbundabdichtung verlangt diese Klasse nicht. Steht eine Dusche im selben Raum, gilt für deren Fläche eine höhere Klasse, und der Übergang gehört vor dem Belag geplant.
Die Kabine steht auf einem Rahmen oder auf Füßen, und beides verträgt keine Senke im Belag. Ein Höhenausgleich gehört deshalb unter die Abdichtung, nicht darüber, weil jede spätere Spachtelung die Abdichtungsebene durchtrennt. Ebenheitstoleranzen für Böden stehen in DIN 18202, Tabelle 3, und sie sind bei einem Altestrich im Bestand selten ohne Nacharbeit eingehalten.
Der unterste Rahmen der Kabine bleibt vom Belag entkoppelt. Eine umlaufende Fuge von wenigen Millimetern reicht, damit stehendes Wischwasser nicht in die Stirnholzkante zieht. Rahmenhölzer werden nach DIN 68800-2 vor Feuchte aus dem Bauteil geschützt, nicht durch einen Anstrich gerettet.
Mit dem Boden steht die Ebene, auf der alle Maße weiterlaufen.
Welche Hölzer tragen Wand und Decke der Kabine?
Ein Rahmen aus Nadelholz, stehend in Achsen, die sich an der Dämmstoffbreite ausrichten, in der Praxis meist 60 Zentimeter. Die Lastannahme ist unkritisch, weil Wände nur ihr eigenes Gewicht und die Bankkonstruktion tragen. Kritisch ist die Deckenlage, denn dort hängen Verkleidung, Leuchte und die gesamte Wärme.
Querriegel kommen dort hinein, wo später eine Last ansetzt. Bankträger, Rückenlehne, Türzarge und Ofenhalterung brauchen jeweils ein eigenes Holz im Ständerwerk, und diese Punkte werden vor dem Schließen der Wand festgelegt. Wer sie später sucht, findet sie nicht mehr, weil die Dampfbremse dann schon liegt.
Ausführung: Die Deckenbalken der Kabine werden auf einer Querschwelle abgesetzt und nicht in die Wandständer eingehängt. Eine aufgelegte Schwelle nimmt das Schwinden der Hölzer auf, eine Verschraubung in der Stirnseite reißt nach der ersten Heizperiode auf.
Im Bestand lohnt vorher ein Blick nach oben. Eine Holzbalkendecke oder eine historische Deckenbauart trägt die Punktlast aus Ofen, Steinen und Bänken nicht selbstverständlich, und wie die Tragfähigkeit einer alten Deckenkonstruktion ermittelt wird, entscheidet über den Standort der Kabine.
Das Gerippe steht damit. Die nächste Schicht entscheidet über die Haltbarkeit des ganzen Aufbaus.
Wie liegt die Dampfbremse im Wandaufbau richtig?
Auf der warmen Seite, also unmittelbar vor der Dämmung und hinter der Konterlattung. In einer Sauna ist die warme Seite die Kabineninnenseite, und dort wird eine Aluminiumfolie oder eine Verbundfolie mit hohem Diffusionswiderstand eingebaut. Der rechnerische Nachweis des Feuchteschutzes folgt DIN 4108-3.
Die Folie wird überlappend verlegt und an jeder Naht verklebt. Entscheidend sind nicht die Bahnen in der Fläche, sondern die Ränder: Boden, Deckenkehle, Türzarge und jede Durchdringung für Leitung oder Fühler. Eine Folie mit offener Naht wirkt wie keine Folie, weil der Dampfdruck in der Kabine genau diesen Weg findet.
Ausführung: Die Durchdringung für die Ofenleitung wird mit einer Manschette geschlossen und nicht mit einem Schnitt, der hinterher mit Klebeband überdeckt wird. Der Schnitt wird kreuzförmig gesetzt, die Lappen werden auf das Rohr zurückgeklebt, erst darauf kommt die Manschette.
Welche Lattung nimmt die Profilschalung auf?
Eine Konterlattung quer zur Richtung der Profilbretter, in der Praxis von 20 bis 30 Millimetern Höhe. Sie hält die Schalung von der Folie fern und schafft die Luftschicht, in der die Rückseite der Bretter abtrocknet. Ohne diese Schicht liegt Holz dauerhaft auf Folie.
Profilbretter werden mit Nut und Feder verlegt und verdeckt befestigt, damit kein Metall in der Kabine heiß wird. Nadelholz mit geringem Harzanteil ist dafür gesetzt, die Auswahl der Art ist eine Geschmacksfrage und keine Konstruktionsfrage. Jedes Brett braucht an Boden und Decke eine Bewegungsfuge, weil die Schalung im laufenden Betrieb arbeitet.
Die innere Hülle ist damit geschlossen. Nach außen fehlt noch die Luft.
Wie entsteht die Hinterlüftungsebene zur Massivwand?
Durch Abstand und zwei offene Enden. Die Kabine wird vor die Wand gestellt, nicht an die Wand, und der Spalt bleibt unten und oben offen. Herstellerangaben nennen für diesen Zwischenraum von 10 bis 20 Zentimetern, damit Luft aufsteigen und die Wandoberfläche abtrocknen kann.
Der Grund liegt in der Wandtemperatur. Eine erdberührte Kelleraußenwand ist im Sommer kühler als die Raumluft, und warme Luft aus dem Saunaraum schlägt dort als Tauwasser nieder. Dieser Raum bleibt dauerhaft zugänglich, sonst sieht niemand den beginnenden Schaden an der Rückseite.
Die Hinterlüftung endet nicht an der Kabine. Wer die Rückwand bis an die Decke zuschiebt oder ein Regal davorstellt, hebt die Ebene auf, ohne an der Konstruktion etwas zu ändern. Wie der Raum insgesamt auf eine Kabine vorbereitet wird, bevor Material kommt, gehört deshalb vor den Zuschnitt.
Luft hinter der Kabine ist eine Sache, Luft in der Kabine eine zweite.
Wie werden Zuluft und Abluft an der Kabine geführt?
Diagonal und mit unterschiedlichem Querschnitt. Die Zuluft tritt knapp über dem Fertigboden hinter dem Ofen ein, die Abluft verlässt die Kabine gegenüber im oberen Drittel. Beide Öffnungen liegen in der Kabinenwand und brauchen einen Weg aus dem Raum heraus.
Für die Querschnitte nennen Herstellerangaben bei einer Heimkabine von 150 bis 200 cm² Zuluft und von 300 bis 400 cm² Abluft. Hier entscheidet der Querschnitt über die Konvektion, nicht die Leistung des Ofens. Ein Schieber in der Abluftöffnung bleibt bedienbar und wird nicht von der Rückenlehne verdeckt.
Ausführung: Die Lage der Zuluftöffnung wird nach dem endgültigen Ofenstandort gebohrt und nicht vorher. Steht der Ofen später zehn Zentimeter daneben, strömt die kalte Luft an ihm vorbei in den Fußraum, und die Kabine wird oben heiß und unten kalt.
Der fensterlose Kellerraum braucht eine eigene Abluft mit Nachlauf, weil er die Feuchte sonst aufnimmt und nirgends abgibt. Der feine Holzstaub aus dem Zuschnitt setzt sich dabei auf allen Flächen ab, und wie dieser Staub schon beim Sägen erfasst wird, bestimmt den Aufwand der Endreinigung.
Bleibt der Teil, der von einer Fachkraft kommen muss.
Welche Zuleitung und welcher Potentialausgleich gehören zum Ofen?
Ein eigener Stromkreis vom Verteiler bis zum Ofen, ohne Zwischenverbraucher. Die Errichtungsbestimmungen für Räume mit Sauna stehen in DIN VDE 0100-703 und regeln Leitungsführung, zulässige Betriebsmittel und Temperaturfestigkeit. Der Anschluss an den Ofen gehört in die Hand einer Elektrofachkraft, auch wenn die Kabine selbst gebaut ist.
Im Ofennahbereich müssen Leitung und Mantel für mindestens 170 °C ausgelegt sein (DIN VDE 0100-703), weil gewöhnliche Installationsleitung dort verspröden. Der Schutzleiter führt mindestens 2,5 mm² bei geschützter Verlegung und mindestens 4 mm² ohne mechanischen Schutz. Der Potentialausgleich wird in Grün-Gelb mit mindestens 4 mm² an die Haupterdungsschiene geführt. Steckdosen und Schalter haben in der Kabine nichts zu suchen, die Steuerung sitzt außerhalb.
Die Abstände zum Ofen stehen nicht in der Kabinenanleitung. Der Abstand zu Bank, Wand und Schutzgitter steht im Datenblatt des Ofens, und die Bankkonstruktion wird erst festgelegt, wenn dieses Maß vorliegt. Ein zu dicht stehender Ofen verkohlt das Holz der Bank, und das zeigt sich erst später als dunkler Streifen.
Damit ist der Aufbau vollständig und prüfbar.
Woran zeigt sich bei der Abnahme eine saubere Kabine in Eigenleistung?
An Papier und an drei Handgriffen. Vorzulegen sind das Abnahmeprotokoll der Elektroinstallation mit Messwerten, die Montageanleitung des Ofens mit den eingehaltenen Abständen und der Nachweis der Abdichtung, falls eine ausgeführt wurde.
Geprüft wird danach am Bauteil: Tür von innen mit leichtem Druck öffnen, Zuluftöffnung auf freien Durchgang kontrollieren, Hinterlüftungsraum einsehen. Eine verdeckte oder zugebaute Lüftungsöffnung fällt bei der Abnahme regelmäßig auf, weil Regale und Handtuchhalter nach dem Aufbau dazukommen.
Der letzte Schritt ist ein Heizlauf unter Beobachtung. Dabei zeigen sich knirschende Bretter ohne Bewegungsfuge, eine aufsteigende Folienfalte hinter der Schalung und jede Schnittstelle zwischen den Gewerken, die niemand eingestellt hat. Was dort auffällt, gehört ins Protokoll und nicht in die Erinnerung, weil beim Rückbau einer Wand später niemand mehr weiß, warum sie geöffnet wurde.