Eine Sauna zu Hause scheitert selten an der Kabine und fast immer an dem Raum, in den sie gestellt wird. Boden, Außenwand, Lüftungsöffnung und Zuleitung sind Bauleistungen, und sie müssen fertig sein, bevor der erste Kabinenteil angeliefert wird. Wer die Reihenfolge umdreht, baut die Hälfte zweimal. Was im Bestand dabei zu beachten ist, unterscheidet sich deutlich von einem Neubau mit freier Planung.

Wie wird der vorhandene Raum auf eine Saunakabine vorbereitet?
Vorbereitet heißt: Boden abgedichtet, Wandaufbau geklärt, Lüftungsöffnungen gesetzt, Zuleitung gelegt und abgenommen. Erst danach kommt die Kabine. Alle vier Punkte greifen in den Baukörper ein und lassen sich nach der Montage nur mit Rückbau korrigieren.
Im Bestand kommt eine fünfte Frage hinzu, nämlich die Tragfähigkeit der Decke. Eine Kabine mit Ofen, Bänken und Steinfüllung bringt eine Punktlast auf eine Fläche, für die der Raum vielleicht nie gedacht war. Bei einer Holzbalkendecke oder einer historischen Deckenbauart gehört das geprüft, bevor irgendetwas bestellt wird.
Die Reihenfolge der Gewerke ist damit festgelegt. Abdichtung und Elektro arbeiten vor dem Saunabauer, nicht neben ihm.
Ausführung: Vor der Bestellung ein Aufmaß des Raums anfertigen, das die lichte Höhe unter dem tiefsten Punkt erfasst, also unter Rohrleitungen und Unterzügen. Kabinenhöhen aus dem Katalog passen oft nicht unter eine Kellerdecke mit abgehängter Lüftung.
Welche Abdichtung verlangt der Boden unter der Kabine?
Maßgebend ist DIN 18534 mit ihren Wassereinwirkungsklassen. Eine Trockensauna mit maßvollem Aufguss fällt in die Klasse W0-I und braucht keine Verbundabdichtung, der Boden muss lediglich feuchtebeständig und reinigungsfähig sein. Sobald eine Dusche im selben Raum steht, gilt für deren Bereich eine höhere Klasse.
Der Unterschied ist für die Ausführung groß. Eine Dusche oder ein Tauchbecken im Vorraum liegt je nach Spritzwasserbelastung in W2-I oder W3-I, und dort sind nur feuchtebeständige Untergründe zulässig. Bei W0-I und W1-I dürfen feuchteempfindliche Untergründe bleiben, was im Bestand häufig den Unterschied zwischen Belagswechsel und Totalsanierung macht.
Wer eine Verbundabdichtung einbaut, führt sie als flüssig verarbeitete Abdichtung im Verbund nach DIN 18534-3 aus. Entscheidend sind die Anschlüsse: Wandkehle, Türzarge, Bodeneinlauf und Rohrdurchführung. Die Fläche in der Mitte ist nie das Problem.
Welcher Bodenaufbau trägt die Kabine im Bestand?
Tragfähig und eben. Kabinen stehen auf Rahmen oder Füßen, und beides verträgt keine Senken im Belag. Ein Ausgleich gehört vor die Abdichtung, nicht danach, weil jede spätere Spachtelung die Abdichtungsebene durchtrennt.
Ein Bodeneinlauf ist bei einer Heimsauna kein Muss. Er bringt sogar einen Nachteil mit, weil der Siphon in einem Raum, der wochenlang nicht genutzt wird, austrocknet und Kanalgeruch durchlässt. Ohne Einlauf wird das Wasser aufgenommen, und der Belag braucht ein leichtes Gefälle zur Tür.
Mit dem Boden steht die untere Ebene. Die kritische Fläche im Keller ist aber die Außenwand.
Wie bleibt die angrenzende Außenwand im Keller trocken?
Durch Abstand und durch Lüftung. Eine erdberührte Kelleraußenwand ist im Sommer kühler als die Raumluft, und warme feuchte Luft aus der Sauna schlägt dort als Tauwasser nieder. Der Nachweis dafür gehört nach DIN 4108-3 geführt, wenn die Wand ungedämmt ist.
Die Kabine wird deshalb nicht an die Außenwand gestellt, sondern davor. Herstellerangaben nennen für den Zwischenraum von 10 bis 20 Zentimetern, damit Luft hinter der Kabine zirkulieren und die Wandoberfläche abtrocknen kann. Dieser Raum bleibt dauerhaft zugänglich, sonst sammelt sich dort Staub und niemand sieht den beginnenden Schaden.
Eine Innendämmung der Kelleraußenwand ist eine eigene Entscheidung mit eigenem Nachweis. Sie verschiebt die Taupunktlage und darf nicht nebenbei aus dem Restmaterial der Saunadämmung entstehen.
Der Wandaufbau ist damit geklärt. Ob die Feuchte überhaupt abgeführt wird, entscheidet sich an anderer Stelle.
Welche Lüftungsöffnungen braucht der Baukörper?
Zwei, und sie liegen diagonal. Die Zuluft tritt knapp über dem Fertigboden hinter dem Ofen ein, die Abluft verlässt die Kabine auf der gegenüberliegenden Seite im oberen Drittel. Beide Öffnungen gehören in die Kabinenwand und brauchen einen Weg aus dem Raum heraus.
Für die Querschnitte nennen Herstellerangaben bei einer Heimsauna von 150 bis 200 cm² für die Zuluft und von 300 bis 400 cm² für die Abluft. Die Abluftöffnung ist also etwa doppelt so groß wie die Zuluftöffnung, weil die austretende Luft wärmer und damit voluminöser ist. Die Lage der Abluft liegt mindestens 50 Zentimeter über dem Boden und 80 Zentimeter unter der Decke.
Der eigentliche Fehler im Bestand ist nicht die Öffnung in der Kabine, sondern die fehlende Öffnung im Raum. Ein fensterloser Kellerraum nimmt die Feuchte auf und gibt sie nirgends ab. Dann braucht der Raum eine mechanische Abluft mit Nachlauf, und die Nachlaufzeit muss die Kabine auch nach dem letzten Gang noch trocken ziehen.
Ausführung: Die Zuluftöffnung wird vor dem Aufstellen der Kabine mit der Lage des Ofens abgestimmt. Steht der Ofen später zehn Zentimeter weiter links, strömt die kalte Luft an ihm vorbei in den Fußraum, und die Konvektion in der Kabine kommt nicht zustande.
Luft und Feuchte sind damit geführt. Bleibt der Teil, der von einer Fachkraft kommen muss.
Wie wird die Zuleitung zur Kabine ausgeführt?
Als eigener Stromkreis vom Verteiler bis zum Ofen, ohne Zwischenverbraucher. Die Errichtungsbestimmungen für Räume mit Sauna stehen in DIN VDE 0100-703, und sie regeln sowohl die Leitungsführung als auch die zulässigen Betriebsmittel innerhalb der Kabine.
Im Ofennahbereich müssen Leitung und Mantel für mindestens 170 °C ausgelegt sein, weil normale Installationsleitungen dort verspröden. Für den Schutzleiter gelten mindestens 2,5 mm² bei mechanisch geschützter Verlegung und mindestens 4 mm² ohne Schutz. Der Potentialausgleich wird in Grün-Gelb mit 4 mm² geführt.
Die Fehlerstromschutzeinrichtung richtet sich nach der Ofensteuerung. Ein Ofen ohne elektronische Leistungsregelung läuft hinter einem RCD vom Typ A mit 30 mA, eine Steuerung mit Halbleiterregler verlangt Typ F oder Typ B, weil glatte Gleichfehlerströme einen Typ A blind machen.
Wer gleichzeitig am Zählerplatz arbeitet, prüft am besten in einem Zug, ob dort noch Platz für weitere Kreise ist. Das betrifft jeden Betrieb, der im selben Haus auch eine Erzeugungsanlage auf dem Dach anschließen will.
Welche Betriebsmittel dürfen in der Kabine liegen?
Nur die, die zum Ofen gehören. Zulässig sind der Ofen selbst, seine Anschlussleitung, die Steuerleitung und der Temperaturfühler. Steckdosen, Schalter und nicht hitzebeständige Leuchten haben in der Kabine nichts zu suchen.
Die Steuerung sitzt außerhalb, üblicherweise im Vorraum an einer Stelle ohne Spritzwasser. Das ist kein Komfortthema, sondern folgt aus den Temperaturbereichen, die DIN VDE 0100-703 für das Innere der Kabine festlegt.
Ausführung: Die Steuerleitung und die Fühlerleitung werden getrennt von der Lastleitung verlegt. Liegen sie im selben Rohr, koppelt die Leistungsregelung auf den Fühler, und die Temperaturanzeige springt im Betrieb.
Die Technik ist damit angeschlossen. Was bleibt, sind Maße.
Welchen Abstand hält die Kabine zu Wand und Decke?
Den, den die Montageanleitung nennt, und zwar auf allen Seiten einschließlich der Decke. Der Abstand nach oben wird regelmäßig vergessen, weil die Kabine im Katalog eine Höhe hat und die Decke im Keller eine andere.
Beim Ofen gilt ein zweites Maßsystem. Der Abstand zu Bank, Wand und Schutzgitter steht im Datenblatt des Ofens und nicht in der Anleitung der Kabine. Beide Angaben müssen zusammenpassen, bevor die Bankkonstruktion festgelegt wird, weil ein zu dicht stehender Ofen das Holz der Bank verkohlen lässt.
Die Tür öffnet nach außen und ohne Riegel. Sie muss sich aus der Kabine heraus mit leichtem Druck öffnen lassen, auch wenn jemand davor steht. Der Schwenkbereich gehört ins Aufmaß des Raums, sonst steht die Tür später an der Waschmaschine.
Wer eine Kabine in Eigenleistung aufbaut, bekommt diese Maße nicht geliefert, sondern muss sie selbst setzen. Wie der Aufbau einer Kabine aus Ständerwerk und Profilschalung dann abläuft, ist ein eigenes Thema.
Woran erkennt die Abnahme einen sauberen Saunaeinbau?
An Papier und an drei Handgriffen. Vorzulegen sind das Abnahmeprotokoll der Elektroinstallation mit Messwerten, der Nachweis der Verbundabdichtung, falls eine ausgeführt wurde, und die Montageanleitungen von Kabine und Ofen mit den eingehaltenen Abständen.
Geprüft wird danach vor Ort: Tür von innen öffnen, Zuluftöffnung auf freien Durchgang kontrollieren, Hinterlüftungsraum einsehen. Bei den Lüftungsöffnungen fällt bei der Abnahme regelmäßig auf, dass ein Schieber zugebaut oder von einem Regal verdeckt ist.
Bei einer privaten Heimsauna gehört zum Abschluss ein erster Heizlauf mit anschließender Kontrolle. Wer Holzstaub aus dem Zuschnitt im Raum hatte, findet ihn nach dem ersten Aufheizen auf den Bänken wieder, und wie dieser Feinstaub beim Zuschnitt erfasst wird, entscheidet über den Aufwand dieser Endreinigung.
Eine Sonderfrage stellt sich beim Betrieb über eine eigene Erzeugungsanlage. Die Sauna mit einer Solaranlage betreiben heißt in der Ausführung, dass die Anschlussleistung des Ofens und die Leistung der Erzeugung zeitlich zusammenfallen müssen, und das verlangt eine Steuerung, die den Heizlauf verschieben kann. Diese Schnittstelle zwischen den Gewerken gehört ins Protokoll, weil sonst niemand weiß, wer sie eingestellt hat.